Von Kiel aus starteten wir unseren Ausflug nach Jütland in Dänemark für ein verlängertes Wochenende. Eine wohlverdiente Auszeit von Arbeit, elektronischen Geräten und Social Media in mitten der Sanddünen der Nehrung Holmsland Klit. Für die Übernachtung hatten wir uns den Campingplatz in Norre Lyngvig ausgewählt, bei dem man keine Vorreservierung benötigt.

Mein persönliches Highlight sollte der Leuchtturm Lyngvig Fyr werden, der sich in unmittelbarer Nähe zum Campingplatz befindet. Wir hatten uns bewusst einen Platz am äußeren Ende für unser Zelt ausgesucht, so dass wir einen freien Blick auf den Leuchtturm genießen konnten. Beste Vorraussetzungen für Sonnenuntergangsfotos, allerdings wurde es gegen Abend immer so bewölkt, dass man den Leuchtturm nicht mehr sehen konnte. Natürlich war ich etwas enttäuscht, aber ich sollte mit einem Sonnenaufgangsfoto am letztem Morgen entschädigt werden. Dazu später mehr.


Erster Zwischenstopp – Blavandshuk Fyr

Um auch bei dem Ausflug nach Jütland meiner Leuchtturmleidenschaft zu frönen, fuhren wir einen kleinen Umweg über Blavand Strand zum Blavandshuk Fyr. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen bestiegen wir die Dünen am nahegelegenen Parkplatz und genossen eine fantastische Aussicht auf die Nordsee. Von dem erhöhten Standpunkt aus kann man wunderbar die vielen, in den Dünen versteckten, Ferienhäuser erkennen und den Blick über den langen Sandstrand schweifen lassen.

Blavand Strand, Ausflug nach Jütland

Blavand Strand, Jütland, Dänemark

Blavandshuk Fyr wurde 1900 erbaut und ist der westlichste Leuchtturm Dänemarks. Eingebettet in eine malerische Dünenlandschaft direkt am Strand, zieht der weiße Turm Besucher magisch an. Der Zugang zum Leuchtturm führt über einen asphaltierten Weg einen Hügel hinauf. Und auch wenn man diesen Turm schon von Weitem erspähen kann, war ich von seiner majestätischen Erhebung überwältigt. Mit seinem weißen Anstrich, seiner viereckigen Grundform und seiner enormen Höhe erzeugte er in mir ein Gefühl von Freiheit und Erfurcht.

Sollte man den Blick auf die saftig grüne Vegetation von der Spitze des Leuchtturmes aus genießen wollen, kann man die 170 Stufen erklimmen. Die Eintrittskarte dafür (40 DKK) kann man an der Touristeninformation erwerben. Wir verzichteten auf die Besteigung und gönnten uns „nur“ den Blick auf die umgebende Landschaft von der Eingangsplatzform aus.

In unmittelbarer Nähe befinden sich Überreste eines alten Betonturmes, der im Zweiten Weltkrieg während der Besetzung Dänemarks durch die Deutschen errichtet wurde.

Blavandshuk Fyr, Ausflug nach Jütland

Blavandshuk Fyr mit dem Wehrturm aus dem Zweitem Weltkrieg zur Linken und dem Parkplatz im Vordergrund

Blavandshuk Fyr, Ausflug nach Jütland

Zugang zu Blavandshub Fyr mit der Touristeninformation & Ticketshop zur Linken


nächster Zwischenstopp auf dem Weg nach Norre Lyngvig – Haurvig Kirke

Die Strecke von Blavand Strand nach Henne Strand führt durch idyllische Landschaften von Heidekraut und kleinen Wäldern. Ab und zu unterbrochen von malerischen Ortschaften mit typisch dänischen Häusern. Da ich auf diesem Ausflug nach Jütland nur Beifahrer war, konnte ich während der gesamten Fahrt verträumt aus dem Fenster schauen und die Landschaft genießen.

Ab der Stadt Nymindegab befindet man sich auf der Nehrung Holmsland Klit. Auf etwa halber Strecke bis zum Campingplatz kann man, auf der dem Ringkobing Fjord zugewandten Seite, in der Ferne eine weiße Kirche erkennen – Haurvig Kirke. Der blaue Himmel zusammen mit den grünen Wiesen bot einen perfekten Rahmen für tolle Fotos. Besichtigt haben wir die Kirche nicht, aber einen Spaziergang über den angeschloßenen Friedhof sollte man sich nicht entgehen lassen. Parkplätze gibt es direkt vor der Kirche.

Haurvig Kirke, Ausflug nach Jütland

Haurvig Kirke


Norre Lyngvig und Lyngvig Fyr

Nördlich der Hafenstadt Hvide Sande befindet sich Norre Lyngvig und damit der Campingplatz auf dem wir für 2 Nächte unser Zelt aufschlagen wollten. Wir suchten uns einen Platz am nordwestlichen Rand, so dass wir nur ein paar Schritte über die benachbarte Düne gehen mussten um einen freien Blick auf Lyngvig Fyr zu haben.

Lyngvig Fyr,Ausflug nach Jütland

Lyngvig Fyr von der Düne, direkt neben unserem Zelt, aus

Der Aufbau unseres Nachtlagers war nach der Umsiedelung einiger Schnecken in die benachbarte Düne routiniert schnell abgeschlossen. So dass wir uns vor dem Abendessen noch einen ausgiebigen Strandspaziergang gönnen konnten.

Ich am Strand von Norre Lyngvig

Er am Strand von Norre Lyngvig

Das Gebiet um Lyngvig Fyr bis zum Campingplatz ist Naturschutzgebiet, das man auf den vorgegebenen Pfaden bewandern kann. Anstatt allerdings direkt durch die benachbarte Dünenlandschaft Richtung Leuchtturm aufzubrechen entschieden wir uns dafür, den Leuchtturm von der Strandseite aus zu entdecken. Lyngvig Fyr ist der letzte Leuchtturm, der an der Nordseeküste Dänemarks errichtet wurde. Er thront auf einer 17m hohen Sanddüne und hat eine Gesamthöhe von 36m. Als wir über die Sanddüne vom Strand aus hoch geklettert sind, entdeckten wir eine Düne, die vor uns noch niemand betreten hatte, so dass ich bei den Fotos mit den Perspektiven spielen konnte.

Lyngvig Fyr mit Düne im Vordergrund, Ausflug nach Jütland

Lyngvig Fyr mit Düne im Vordergrund

Der Zugang zum Leuchtturm ist durch Drehkreuze versperrt. Um ihn zu besichtigen muss man im Souvenirshop einen Chip für 50 DKK kaufen um danach die 228 Stufen bis zur Spitze hinauf zuklettern. Oben angekommen kann man den Blick über die weitläufige Dünenlandschaft schweifen lassen und dem Wellen beim Brechen zu sehen.


vom Glück des frühen Aufstehens

Eins vorweg: Ich mag es überhaupt nicht wenn ich früh aufstehen muss. Aber wenn Mutter Natur ruft, dann sollte man hören.

Auf dem Weg zurück von den Sanitäranlagen, sah ich wie der Himmel hinter der Düne in tausenden Farben explodierte. Ich stieg auf die Düne und konnte eines der schönsten Schauspiele der Natur erleben: ein Sonnenaufgang hinter dem Leuchtturm. Das musste ich natürlich unbedingt fotografieren, deshalb schlich ich zurück zum Zelt um den Fotoapparat zu suchen. Nur um festzustellen, dass der Mann auch wach war. Dabei war es 4.30 Uhr. Ich schnappte mir meine Kamera und wir gingen beide die Düne hinauf um der Sonne beim Aufgehen zu zusehen.

Da war es: mein persönliches das Highlight unseres Ausfluges nach Jütland.

Lyngvig Fyr bei Sonnenaufgang, Ausflug nach Jütland

Lyngvig Fyr bei Sonnenaufgang

Ich habe dieses Foto im Rahmen einer Promotion ausgedrucken lassen – dazu demnächst hier mehr.


Ribe – die älteste Stadt Dänemarks

Auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende – so auch unser Ausflug nach Jütland. Für unseren Rückweg suchten wir uns eine ruhige Nebenstrecke aus, die uns direkt nach Ribe führte. In der Kommune Esbjerg gelegen, bietet die kleine Stadt zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus dem Mittelalter, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Vom Kloster aus erkundeten wir sie zu Fuß und besichtigten dabei den Dom, die kleinen Straßen und einige der zahlreichen Parkanlagen. Unsere verbliebenen dänischen Kronen legten wir gewinnbringend in Softeis an, bevor wir in Richtung Deutschland aufbrachen.

Kloster von Ribe, Ausflug nach Jütland

Kloster von Ribe, Esbjerg, Dänemark

Domvorplatz Ribe

Domvorplatz Ribe, Esbjerg, Dänemark

Dom Ribe

Dom in Ribe


Wetter:

Während unseres Aufenthaltes (Ende Mai) in Dänemark hatten wir von 20°C und Sonnenschein, bis 12°C und bewölkt alles dabei was das Wetter so hergibt. Nachts hatte es sogar mal geregnet. Man sollte bei einem Ausflug an die dänische Küste also mit jeder Art von Wetter rechnen, was natürlich auch bedeutet, dass man mehr Klamotten einpacken muss.

Gesamtkosten:

Da wir mit einem Kombi und Zelt unterwegs waren, war unser Ausflug nach Jütland sehr preiswert. Zu zweit haben wir das ganze Wochenende 50€ verbraucht, inkl. Campingplatz, Eintritt zum Leuchtturm und Verpflegung vor Ort.

Gesamtstrecke (hin und zurück): ~619km


Für später merken:

Für weitere Urlaubsinspirationen:

Island im Oktober: Unser Roastripmärchen durch den Südwesten

 

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