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ein Besuch im Everglades National Park

2. August 2019
ein Besuch im Everglades National Park

Bei dem Urlaubsziel Florida denkt man unweigerlich an lange Palmengesäumte Sandstrände und Alligatoren im Everglades National Park. Für uns war ein Besuch des Everglades NP ein Punkt auf unsere „Dürfen wir nicht verpassen“-Liste. Wir teilten unseren Besuch in zwei Hälften und nutzten dabei Florida City als Zwischenstopp.

Die Städte Homestead und Florida City eignen sich dabei hervorragend als Ausgangspunkte, um die Everglades zu erkunden. Von dort aus sind es etwa 80 km bis zu den zahlreichen Zugängen im nördlichen Teil des Nationalparks. Bis zum südlichsten Punkt der floridianischen Halbinsel sind es etwa 76 km.

Der Norden des Everglades National Park

Der erste Morgen nach der Ankunft in Miami startete auf Grund des Jetlags zeitig. Als Entschädigung dafür gab es einen wunderschönen Sonnenaufgang vor der Skyline von Miami Downtown.

Miami Downtown im Sonnenaufgang
Miami Downtown im Sonnenaufgang

Das erste Etappenziel für die Erkundung des Everglades National Park war Everglades City. Wir fuhren einmal quer durch Miami und weiter den Highway 40 bis wir auf die Loop Road abbiegen konnten. Diese Straße gilt als Scenic Byway und macht ihrem Namen alle Ehre. Bevor man diese Straße nutzt, sollte man allerdings wissen, dass sie zu etwa ¾ eine Schotterstraße ist. Man startet asphaltiert und der gleichen Geschwindigkeitsbegrenzung wie auf einem Highway. Irgendwann kommt eine Kurve mit einem 15 mph-Schild und danach fängt die Schotterpiste an.

 

Die Straße ist breit genug für zwei Autos und man hat an einigen Stellen zusätzliche Haltebuchten zum Aussteigen und die Natur genießen. Es stellt sich schnell das Gefühl ein, dass man im Jungle angekommen ist und man bekommt einen ersten Vorgeschmack auf die Artenvielfalt der Vegetation und des Tierreiches in diesem Fleckchen Erde.

mitten auf der Schottepiste bei unserem Besuch im Everglades National Park
mitten in den Everglades

Es ist wohl nicht unüblich in den Gewässern links und rechts der Straßen Alligatoren zu sehen. Ganz im Gegenteil viele berichten davon, dass sie nicht aus dem Auto aussteigen konnten auf grund der Vielzahl von Alligatoren, die die Straße säumten. Das Vergnügen hatten wir nicht. Wir haben keinen einzigen Alligator gesehen. Leider. Aber wir haben einen Anhinga gesehen, der sich in den Baumwipfeln von der Sonne trocknen ließ.

Sumpfgebiet links und rechts entlang der Loop Road bei unserem Besuch im Everglades Nationalpark
Sumpfgebiet links und rechts entlang der Loop Road, Everglades NP

Wir folgten der Loop Road bis zur Gabelung zurück auf den HW 40 Richtung Everglades City. Die Stadt bietet sich für Airboattouren in das weitläufige Sumpfgebiet an. Ich hatte es aber eher auf die Kirch der Stadt abgesehen, die ich zuvor bei Recherchen gefunden hatte. Ich bin aus den USA sehr viel gewohnt von Kitsch über Protz und für mich (für die meisten Amerikaner natürlich nicht) langweilige Aussichten, aber diese Kirche hat mich förmlich umgehauen.

Kirche von Everglade City
Kirche von Everglades City

Aber auch das Rathaus von Everglades City steht der Kirche in absolut nichts nach. Habe ich erwähnt, dass wir zur Zeit der Senatswahlen Ende August Anfang September 2018 dort waren?

Rathaus von Everglades City
Rathaus von Everglades City

Als Übernachtungsort hatten wir uns Florida City ausgesucht, da wir am nächsten Tag nach Key West aufbrechen wollten. Weil der Tag für uns früh begonnen hatte – Jetlag sei dank – und die Temperaturen schnell in die Höhe gestiegen waren, beschlossen wir über den HW 40 zu unserem Hotel in Florida City zu fahren um uns kurz frisch zu machen bevor wir unseren Besuch in den südlichen Teil des Nationalparks fortsetzen würden.

Der Süden des Everglades National Park

Nach einer kurzen Erfrischung erkundeten wir den südlichen Teil des Nationalparks. Am Ernest F. Coe Visitor Center befindet sich der offizielle Eingang zum Park im Süden. Wir hielten am Besucherzentrum an und schlenderten durch die Ausstellung und den Shop.

Ernest F. Coe Visitor Center
Blick zum Ernest F. Coe Visitor Center

Wir fuhren weiter um dann bei der Zufahrt zum Park selbst festzustellen, dass wir an diesem Tag keinen Eintritt bezahlen brauchten. Glück für uns und $30 gespart.

Wir fuhren direkt durch zum Flamingo Visitor Center denn wir wollten die Trails von Süden anfangen abzulaufen. Wir parkten direkt auf dem Parkplatz am Besucherzentrum um gingen zielstrebig zum Bootshafen um einige Fotos zu machen.

Zu unserem Glück tauchte in dem trüben Gewässer plötzlich die Nase eines Manatees auf und wir konnten es ein paar Minuten beobachten. Wir hatten bis jetzt noch keinen Alligator gesehen, aber dafür konnten wir den Anhinga, die Seekuhl und diverse andere Vögel von unserer Liste streichen. Wir ahnten aber schon, dass der Alligator und ein Flamingo schwierig werden könnten.

Manatee am Flamingo Visitor Center bei einem Besuch im Everglades National Park
Manatee (Seekuh) am Flamingo Visitor Center, Everglades NP

Entlang der Straße im Nationalpark gibt es genügend Haltebuchten, die man für die Erkundung der näheren Umgebung nutzen kann. Manche davon haben zusätzliche Schautafeln, die Auskunft über die Flora und Fauna vor Ort geben. Und da wir in den USA sind, kann man an diese Schautafeln auch mit dem Auto ran fahren.

Besichtigung auf amerikanisch
Besichtigung auf amerikanisch – dank der Luftfeuchtigkeit saßen meine Locken richtig gut
 
Mahogany Hammock Trail

Der erster Stopp bei unserem Besuch der Wanderpfade im südlichen Teil des Everglades National Park war der Mahogany Hammock Trail. Weil der Nationalpark fast ausschließlich aus Sumpfgebiet besteht, läuft man in diesem Bereich über Gehwege, die in sicherer Höhe oberhalb des Wassers verbaut sind. Hat man das kurze Stück vom Parkplatz zurück gelegt taucht man in eine kleine Junglewelt ein. Die dicht gewachsenen Bäume und Schlingpfanzen schlucken sehr viel Licht. Ich brauchte eine Weile bis sich meine Augen vollständig an diese Bedingungen gewöhnt hatten. Der Pfad selbst ist als Schlaufe angelegt und als Einbahnstraße ausgewiesen. Wir waren an dem Tag allerdings die Einzigen weit und breit und brauchten demnach nicht mit Gegenverkehr rechnen. Verlässt man den Jungle, hat an einen freien Blick auf die umliegende Landschaft, in unserem Fall mit Regenbogen. Rechts im Bild kann man Rauchschwaden von einem kontrollierten Feuer erkennen, vor dem auf der gesamten Strecke gewarnt wurde.

ein Regenbogen über dem Gelände des Mahogany Hammock Trail
ein Regenbogen über dem Gelände des Mahogany Hammock Trail
Pa-Hay-Okee Lookout Tower

Der nächte Pfad auf unserer Reise von Süd nach Nord durch die Everglades war Pay-Hay-Okee Trail. Dieser führt durch üppige Vegetation bis zu einem Ausichtsturm in der Mitte des Weges. Außer dieser Aussichtsplattform hat man nur ab und an eine Lücke zwischen den Bäumen durch die man den Blick über das umliege Sumpfland schweifen lassen kann. Auch hier gab es wieder keine Anzeichen eines Alligators, dafür konnten wir viele Libellen und Heuschrecken beobachten.

Ausblick vom Pa-Hay-Okee Lookout Tower bei unserem Besuch im Everglades National Park
Ausblick vom Pa-Hay-Okee Lookout Tower

Aus Zeitmangel ließen wir den Long Pine Key Nature Trail und den Gumbo Limbo Trail aus. Man hätte hier stundenlang weiter wandern können. Für uns aber ging es zum Pinelands Trailhead.

Pinelands Trailhead

Wie der Name vermuten lässt handelt es sich hierbei um einen Wald voller Pinien und kleiner Palmen. Es riecht wundervoll nach Piniennadeln und vereinzelt findet man auch Zapfen. Ein völlig anderes Biotop als die, die wir vorher bereits bewandert sind. Dieser Trail war für uns eine kleine Goldgrube, weil wir dort als einziges bei unserem Besuch im Everglades National Park die Bunte Liguus Schnecke sehen konnten. Bei dieser Schneckenart handelt es sich um Baumschnecken, die in den unterschiedlichsten Farben daher kommen.

Bunte Liguus im Everglades National Park
Bunte Liguus im Everglades National Park                        Foto von Nora Bodmann

Auf dem Weg von dem Trail zurück zum Auto wurde uns bewußt wie fortgeschritten die Zeit war und das die Sonne bereits am untergehen war. Wir mussten uns also beeilen wenn wir den Anhinga Trail noch besuchen wollten.

Anhinga Trail

Der letzte Stopp bei unserem Besuch im Everglades National Park sollte der Anhinga Trail werden. Bei Recherchen im Vorfeld zu dieser Reise sind wir auf diverse Berichte gestoßen, dass die Anhingavögel dort in einer großen Anzahl zufinden sind und sich gern auf die parkenden Autos setzen. Um Lackkratzer zu vermeiden, soll man als Autofahrer eine Plane über das Fahrzeug spannen. Ich denke ich muss nicht erwähnen, dass wir keines der Tiere zu Gesicht bekamen, da die Dämmerung bereits weit fort geschritten war.

Wir gingen am Visitor Center (und den Toiletten) vorbei Richtung eigentlichem Trail als wir zwei Menschen in der Nähe der Begrenzungsmauer sahen. Neugierig wie wir nun mal sind gesellten wir uns hinzu. Und tatsächlich lag vor uns – etwa 50 cm entfernt und nur durch eine 30 cm hohe Mauer geschützt – ein Alligator.

ein Alligator bei unserem Besuch im Everglades Nationalpark
ein Alligator auf dem Anhinga Trail

Ich war der Meinung, dass dieses Tier kurz gezwinkert hatte, aber es hat sich 10 min lang nicht einen Millimeter bewegt. Wir waren uns bereits sicher, dass der Alligator nicht mehr lebt. Also setzten wir unseren Weg fort bevor es komplett dunkel wurde.

Auch hier folgt man dem Weg über Holzwege. Bei zunehmender Dunkelheit kommen natürlich alle Tiere aus ihren Tagesverstecken hervor und stimmen ein Musikkonzert der Extraklasse an. Das das für jemanden, der diese Geräusche nicht kennt, einschüchternd ist muss ich denke ich nicht erwähnen. Weil wir beide ein wenig Angst bekamen, setzten wir unseren Weg schnell fort. Das Gewitter, dass uns in respektvoller Distanz den ganzen Tag begleitet hatte kam auch immer näher. Bevor wir zum Auto zurück gingen konnten wir aber noch einige Aufnahmen vom Sonnenuntergang machen.

Ich wollte den Alligator noch einmal auf unserem Rückweg zum Auto fotografieren. Natürlich war der weg! Soviel zu „der lebt bestimmt nicht mehr!“ 😀

Fazit

Unser Besuch im Everglades National Park war nicht der typische Besuch, den ein Tourist macht, wenn er das erste Mal diese Region bereist. Die Gründe für genau diese Sehenswürdigkeiten und Auslassen einer Airboattour und Shark Valley erläutere ich dir in meinem Newsletter. Die Anmeldung dazu findest du am oberen Rand dieser Seite.

Möchtest du dir Anregungen holen für eine Reise entlang der Ostküste Floridas kannst du dir hier unseren Reisebericht für die Teilstrecke Miami nach Stuart ansehen oder hier für den Trip über die Florida Keys.


Gesamtkosten für den Tag: ~ $105 für zwei Personen                                                                                                                                   (parken: $0, Hotel: ~$60, Verpflegung: $45)

Länge der Wegstrecke durch den Nationalpark: ~ 446 km

 

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