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unser Roadtrip an die Dänische Nordseeküste & Besuch in Ribe

4. Juli 2019

Die erste Hälfte des Jahres neigte sich dem Ende entgegen. An den letzten Urlaub hatte ich nur noch verschwommene Erinnerungen. Höchste Zeit sich mal wieder eine Auszeit zu gönnen. Unsere Zeit und unser Budget waren allerdings begrenzt und so entschieden wir uns für einen Roadtrip an die Dänische Nordseeküste.

Weil wir uns relativ kurzfristig für unseren Kurzurlaub begeistert hatten, packten wir den Kombi mit allerlei Vorräten und einem Zelt und fuhren los, ohne einen Campingplatz voraus gebucht zu haben. Unsere Wahl fiel auf den Campingplatz in Norre Lyngvig. Dieser ist von uns aus etwa 3,5 Stunden entfernt und liegt an der Küste, relativ mittig in Jütland, Dänemark. Das tolle an diesem Platz ist, dass man ihn ohne Vorreservierung anfahren kann und meistens noch einen Platz bekommt. Das Highlight war, dass sich in den Dünen neben dem Platz ein Leuchtturm befand. Was mich als Leuchtturmfan natürlich sofort Feuer und Flamme sein ließ.

Dänemark Roadtrip

Blavand

Auf unserem Dänemark Roadtrip steuerten wir – auf dem Weg nach Norre Lyngvig – zu erst Blavand an. Ganz im Südwesten des dänischen Festlands gelegen, gibt es neben dem unendlich langen Strand auch den Leuchtturm Blavandshuk Fyr. Für mich also ein perfekter kleiner Umweg auf unserem Trip an die Dänische Nordseeküste. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen bestiegen wir die Dünen am nahegelegenen Parkplatz und genossen eine fantastische Aussicht auf die Nordsee. Von dem erhöhten Standpunkt aus kann man wunderbar die vielen, in den Dünen versteckten, Ferienhäuser erkennen und den Blick über den langen Sandstrand schweifen lassen.

 

Blavandshuk Fyr wurde 1900 erbaut und ist der westlichste Leuchtturm in Jütland, Dänemark. Eingebettet in eine malerische Dünenlandschaft direkt am Strand, zieht der weiße Turm Besucher magisch an. Der Zugang zum Leuchtturm führt über einen asphaltierten Weg, einen Hügel hinauf. Und auch wenn man diesen Turm schon von Weitem erspähen kann, war ich von seiner majestätischen Erhebung überwältigt. Mit seinem weißen Anstrich, seiner viereckigen Grundform und seiner enormen Höhe erzeugte er in mir ein Gefühl von Freiheit und Ehrfurcht.

Sollte man den Blick auf die saftig grüne Vegetation von der Spitze des Leuchtturmes aus genießen wollen, kann man die 170 Stufen erklimmen. Die Eintrittskarte dafür (40 DKK) kann man an der Touristeninformation, links neben dem Leuchtturm, erwerben. Von der Eingangsplattform des Leuchtturmes kann man die, in der Nähe befindlichen, Überreste eines alten Betonturmes erkennen. Er wurde im Zweiten Weltkrieg während der Besetzung Dänemarks durch die Deutschen errichtet. Wenn man diesen Abschnitt von Jütland, Dänemark etwas intensiver besuchen möchte, bietet es sich an hier die ein oder andere Übernachtung einzuplanen. Campingplätze und Hütten gibt es dafür in der näheren Umgebung.

Haurvig Kirke – Dänische Nordseeküste

Die weitere Strecke auf unserem Dänemark Roadtrip führte uns durch idyllische Landschaften von Heidekraut und kleinen Wäldern. Ab und zu unterbrochen von malerischen Ortschaften mit Häusern im typisch dänischem Stil. Da ich auf diesem Ausflug durch den Südwesten Jütland, Dänemark nur Beifahrer war, konnte ich während der gesamten Fahrt verträumt aus dem Fenster schauen und die Landschaft genießen.

Ab der Stadt Nymindegab befindet man sich auf der Nehrung Holmsland Klit. Auf etwa halber Strecke bis zum Campingplatz Norre Lyngvig kann man, auf der dem Ringkobing Fjord zugewandten Seite, in der Ferne eine weiße Kirche erkennen – Haurvig Kirke. Der blaue Himmel zusammen mit den grünen Wiesen bot einen perfekten Rahmen für tolle Fotos. Besichtigt haben wir die Kirche nicht, aber einen Spaziergang über den angeschlossenen Friedhof sollte man sich nicht entgehen lassen. Parkplätze gibt es direkt vor der Kirche. Verträumte Orte und Gebäude gab es auf unserer Route einige. Die Dänische Nordseeküste bietet viele Sehenswürdigkeiten, die man meist nur aus bestimmten Blickwinkeln in den Dünen und Wäldern entdeckt.

Norre Lyngvig und Lyngvig Fyr – Jütland, Dänemark

Nördlich der Hafenstadt Hvide Sande befindet sich Norre Lyngvig und damit der Platz, den wir uns als Endziel für unseren Dänemark Roadtrip ausgewählt hatten. Wir suchten uns einen Platz am nordwestlichen Rand, so dass wir nur ein paar Schritte über die benachbarte Düne gehen mussten um einen freien Blick auf Lyngvig Fyr zu haben.

Jütland, Dänemark

Das Gebiet um Lyngvig Fyr bis zum Campingplatz ist Naturschutzgebiet, das man auf den vorgegebenen Pfaden durchwandern kann. Anstatt allerdings direkt zum Leuchtturm aufzubrechen, folgten wir dem Ruf des Meeres und entschieden uns für einen ausgiebigen Strandspaziergang.

Über den Dünen am Wasser zeigte sich immer wieder die Spitze von Lyngvig Fyr. Er ist der jüngste Leuchtturm, der an in Jütland, Dänemark errichtet wurde, thront auf einer 17m hohen Sanddüne und hat eine Gesamthöhe von 36m.

Der Zugang zum Leuchtturm ist durch Drehkreuze versperrt. Um ihn zu besichtigen muss man im Souvenirshop einen Chip für 50 DKK kaufen und danach die 228 Stufen bis zur Spitze hinauf klettern. Oben angekommen kann man den Blick über die weitläufige Dünenlandschaft schweifen lassen und dem Wellen beim Brechen zu sehen. Das Fehlen eine größeren Stadt mit allen Annehmlichkeiten was einkaufen und essen gehen angeht, bemerkt man kaum während man stundenlang über den langen Sandstrände flaniert und nur ab und zu einem anderen Menschen begegnet. Für manche mag das langweilig sein, für uns war es genau diese Stille, die die Dänische Nordseeküste so besonders macht.

vom Glück des frühen Aufstehens

Ein Dänemark Roadtrip mit Zelt, hat natürlich auch seine negativen Seiten. So geschah es, dass ich um 4.30 Uhr die Einzige war, die des nächtens über den Campingplatz irrte. Zum Glück! Denn auf dem Rückweg von den Sanitäranlagen, sah ich wie der Himmel hinter der Düne in tausenden Farben explodierte. Ein kurzer Aufstieg und das Farbspektakel entfaltete mit der aufgehenden Sonne noch mehr von seiner Leuchtkraft. Schnell rannte ich zurück zum Zelt, denn das musste ich natürlich unbedingt fotografieren. Zu meiner Überraschung war der Mann auch schon wach und wir erklimmten beide die Düne um einen magischen Moment zu erleben, den wir nicht mehr vergessen werden.

Dänische Nordseeküste

Ich habe dieses Foto im Rahmen einer Promotion ausgedrucken lassen – dazu demnächst hier mehr.

Ribe – Dänemark Roadtrip

Für unseren Rückweg suchten wir uns eine ruhige Nebenstrecke aus, die uns direkt nach Ribe führte. Sie gilt als die älteste Stadt des Landes und liegt im südlichen Teil von Jütland, Dänemark. In der Kommune Esbjerg gelegen, bietet die kleine Stadt zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus dem Mittelalter, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Vom Kloster aus erkundeten wir sie zu Fuß und besichtigten dabei den Dom, die kleinen Straßen und einige der zahlreichen Parkanlagen. Unsere verbliebenen dänischen Kronen legten wir gewinnbringend in Softeis an, bevor wir in Richtung Deutschland aufbrachen.


Wetter:

Das Wetter bei unserem Dänemark Roadtrip (Ende Mai) war durchwachsen. Von 20°C und Sonnenschein, bis 12°C und bewölkt, war alles dabei was das Wetter so hergibt. Nachts hatte es sogar mal geregnet. Man sollte bei einem Ausflug an die Dänische Nordseeküste also mit jeder Art von Wetter rechnen, was natürlich auch bedeutet, dass man mehr Klamotten einpacken muss.

Gesamtkosten:

Da wir mit einem Kombi und Zelt unterwegs waren, war unser Dänemark Roadtrip sehr preiswert. Zu zweit haben wir das ganze Wochenende 50€ verbraucht, inkl. Campingplatz, Eintritt zum Leuchtturm und Verpflegung vor Ort.

Gesamtstrecke (hin und zurück): ~619km


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